Peru: zusammengefasste Erfahrungen und nützliche Tipps

Peru: zusammengefasste Erfahrungen und nützliche Tipps

WLAN ist seltener als in Ecuador und meistens langsam. Wir empfehlen, eine Simkarte von Claro zu kaufen und das mobile Netz zu nutzen, das hat 4G. Andere Anbieter sind bitel und moviestar, aber beide verkaufen keine Karten an Ausländer. Wenn man Glück hat, findet man einen Peruaner, der die Karte auf seinen Namen registriert.

Warmes Wasser gibt es nicht in jedem Hotel, sondern nur in den teureren. Anders als in Ecuador wird es nicht mit Gas geheizt, sondern mit Strom. Wenn man ein Zimmer vor der Miete anschaut, sollte man das unbedingt testen, denn die Stromheizer sind oft kaputt. Man sollte sie auch nicht berühren, da sie Stromschläge abgeben und manchmal auch den Strom in das Duschwasser leiten.

Es gilt: Je größer der Wasserdruck, desto kühler das Wasser. Also, entweder ein paar heiße Tropfen oder kalt und dafür viel Wasser. Außerdem sollte man vorher fragen, ob das Duschen extra kostet. Die Peruaner wollen ihr Geld im Voraus sehen, das sollte man verweigern und erst beim Auschecken zahlen. Sie versprechen oft mehr, als das Zimmer dann einhält.

Auch ein Fenster ist ein Luxus. Manche Zimmer haben keine, sondern nur eine Tür, was ziemlich unpraktisch ist, wenn man mal lüften will und alle anderen Hotelbewohner dann ins Zimmer schauen können. Eine weitere Variante ist das Fenster, das nicht nach draußen führt, sondern nach innen in den Flur.

Alle Fenster, ob nach drinnen oder draußen, sind einfach verglast und halten kaum Geräusche ab. Daher können wir unsere schon oft ausgesprochene Empfehlung nur wiederholen: Ohrstöpsel mitnehmen! Allgemein ist der Standard in den Hotels niedriger als in Ecuador. Das merkt man besonders an den Toiletten.

Hotelpreise werden manchmal pro Person berechnet! Also lieber dreimal nachfragen. Auch bei Taxifahrten kommt das vor. Handtücher sind meist nicht inklusive.

In den Städten ist Google Maps nützlich, um gute Restaurants und Hotels aufzutreiben, aber iOverlander ist noch reicher mit Einträgen und Empfehlungen ausgestattet. Damit findet man auch auf dem Land einen Laden und eine Unterkunft.

Für die Routenberechnung empfehlen wir Mapsme. Die App ist auch offline nutzbar (wie Google Maps auch). Manchmal lohnt es sich, beide Apps zu bemühen, da sie unterschiedliche Routenempfehlungen haben.

Im Straßenverkehr sind die Peruaner, um es ganz deutlich zu sagen, kollektiv bescheuert. Es wird an jeder noch so gefährlichen Stelle aus dem Gegenverkehr überholt. Rücksicht gibt es nicht. Wem sein Leben lieb ist, der bremst und hat einen Stock am Gepäckträger, um die Autofahrer zu zwingen, Abstand zu halten.

Die Hupe wird andauernd benutzt, ohne erkennbaren Grund. Fahrradfahrer werden beim Vorbeifahren immer angehupt und sollen Platz machen. Daher sollte man auf weniger befahrene Straßen ausweichen oder Ohrstöpsel tragen.

Die Hunde auf den Grundstücken sind aggressiv und jagen gerne Fahrradfahrer, während Herrchen oder Frauchen daneben steht und meistens nichts unternimmt. Es gibt mehrere Strategien, einen Hund loszuwerden:

1. so tun, als würde man einen Stein werfen

2. einen Stein werfen

3. direkt auf das Tier zufahren und laute Geräusche machen

4. anhalten, absteigen und sich aufspielen 5. mit Deo dem Hund ins Gesicht sprühen

6. mit einem Stock ausholen und falls nötig zuschlagen

7. eine Unterdruckhupe am Fahrrad

8. selbst einen Hund dabei haben

Die Straßenhunde ohne Besitzer haben kein Territorium zu verteidigen und sind nicht aggressiv. Sie kommen nur an, um gestreichelt zu werden oder um Essen zu betteln. Viele halten aber auch respektvollen Abstand, weil sie Prügel gewohnt sind.

Tierschutz oder ein Bewusstsein für Tierwohl gibt es nicht. Alle Nutztiere werden geschlagen, Pferde und Esel mit Steinschleudern geschrieben oder getreten.

Die kleinen Geschäfte für Lebensmittel heißen hier nicht mehr Tienda, sondern Bodega. Das Angebot ist genauso sparsam wie in Ecuador, es gibt Chips, Wasser, Cola, Klopapier und mit Glück auch Gemüse, Obst und Eis. Außerdem gibt es Boticas, das ist eine Mischung aus Drogerie und Apotheke. Die Regel lautet: Kauf, was du kriegen kannst, wenn es verfügbar ist.

Das Obst ist sehr lecker und wird in den niedrigeren Regionen auch an Straßenständen verkauft. In den Bergen ist es rar. Wir haben mit unseren Käufen gute Erfahrungen gemacht. Auch frisch gepresste, kalte Sojamilch gehört im Norden zum Sortiment. Auf den Märkten gibt es auch Saftbars. Besonders lecker sind die Avocados (die Peruaner sagen Palta), die sind viel größer und billiger als in Deutschland. Papayas sind hier besonders beliebt und schmecken am besten mit Limettensaft darauf.

Die lokalen Märkte lohnen sich, vom Fleisch sollte man allerdings die Finger lassen. Die Preise sind niedriger als in den Läden. Wenn man dort z.B. Brötchen einkauft sagt man nicht, wie viele man haben will, sondern, wie viel Geld man ausgibt. Man sagt also: „Für 5 Sol“ und dann packt die Verkäuferin ein, was man für den Preis bekommt, das sind dann 20-30 Stück. Da die Brötchen fast nur aus Luft bestehen und sich tagelang halten, ist das eine realistische Menge. Wir haben anfangs ein paar Mal den Fehler gemacht, „zehn“ zu sagen, weil wir zehn Stück haben wollten und dann einen ganzen Sack bekommen.

Wer in niedrigeren Regionen reist, braucht ein Insektenspray für die Haut und am besten auch eins für die Kleidung. Sonst wird man bei lebendigem Leib aufgefressen. Besonders wirksam sind Sprays mit hohem Deet-Anteil (50 %). Die sollte man in Deutschland kaufen und mitbringen, denn die Sprays hier haben meist nur 15% Deet.

Sonnencreme kann man in den Städten in besser ausgestatteten Apotheken kaufen. Auf dem Land ist sie nicht zu bekommen. Man sollte sich jeden Tag eincremen, denn in höheren Lagen ist die UV-Strahlung sehr hoch.

Kurzärmelige Shirts braucht man eigentlich nicht, denn entweder ist man hoch oben in den Bergen, wo es kalt ist, oder hoch oben in den Bergen, wo die Sonne scheint, dann bekommt man einen Sonnenbrand, oder man ist in tieferen Lagen, wo es warm ist, aber viele Mücken gibt. In allen drei Fällen braucht man langärmelige Shirts.

Für Klopapier gilt dasselbe wie in Ecuador. Immer eine Rolle dabei haben! Auf öffentlichen Toiletten, in Restaurants oder Sehenswürdigkeiten gibt es meist keins. Außerdem darf man es nicht runterspülen, sondern muss es in den Mülleimer werfen.

Darüber hinaus empfiehlt sich eine Flasche Desinfektionsmittel für die Hände, die gibt es auch in reisefreundlichen, kleinen Größen. Seife ist nämlich auch keine Standardausstattung auf der Toilette.

Auch in Bezug auf das Essen gibt es nichts Neues zu berichten. Es schmeckt nicht. Lieber selber kochen.

Eine große Enttäuschung erlebten wir, als wir Tortillas bestellten. Darunter verstehen die Peruaner nämlich keine Maisfladen oder knusprigen Chips, sondern ein Omelett. Gemüse findet sich selten auf dem Teller wieder, weil die Einheimischen es nicht mögen. In Restaurants gibt es oft eine Kasse, wo man nach dem Essen hingehen und bezahlen muss. Das macht nicht die Tischbedienung.

Die Preise sind ähnlich wie in Ecuador, manchmal etwas niedriger. Hotelzimmer sind billiger, wir zahlen 5-15€ pro Nacht, je nach Ausstattung und Lage. Waren hingegen sind etwas teurer, zweieinhalb Liter Wasser kosten hier etwa 6 Sol (unter 2€). Preise sind oft verhandelbar, ein Versuch lohnt sich besonders bei Hotelzimmern, Touren und teureren Anschaffung wie Elektronik.

Bargeld hat man am besten in kleinen Scheinen dabei, auf dem Land können die Verkäufer manchmal nicht mal 20 Sol rausgeben. Ein 100 Sol Schein ist praktisch wertlos, da man damit auf dem Land nicht bezahlen kann.

Zum Mittagessen bieten die kleinen Restaurants ein Menu an, also eine Suppe und ein Hauptgericht. Das ist einfache, wenig gewürzte Kost, aber mit 3-6 Sol billig.

Wasser gibt es in für uns Europäer komischen Größen, nämlich 630 ml, 2,5 l oder im Kanister. Wenn man mal eine 1l-Flasche findet, kann man die aufheben und wiederbefüllen. Wer einen Filter hat, spart natürlich auf Dauer Geld. Aber auch dann sollte man darauf achten, woher das Wasser kommt. Die Flüsse sind alle mit Chemikalien oder Schwermetallen belastet, die aus den Minen in die Flüsse gelangen.

Um von A nach B zu kommen, sind auf kürzeren Strecken die Mototaxis eine gute Option. Das sind Motor-Dreiräder mit einer schmalen Sitzbank für 2-3 Passagiere, vergleichbar mit den asiatischen Tuc-Tucs. Sie sind billiger als klassische Taxis und im belebten Straßenverkehr mit ihrer Größe und Wendigkeit im Vorteil.

Für längere Strecken gibt es Busverbindungen. Da die Bergstraßen stellenweise sehr reich an Serpentinen und nur einspurig sind, fahren auf einigen Strecken nur kleine Busse mit einer Kapazität von etwa 35 Personen. Es lohnt sich, im Voraus am Busbahnhof Informationen zu Abfahrtszeiten einzuholen. Einige Strecken werden nur einmal täglich befahren. Größere Gepäckstücke werden in einer Kunststoffschale auf dem Dach transportiert. Das ist sicherer als es klingt, denn die Seitenwände sind hoch und es kommt noch ein Netz darüber. Für Fahrräder muss man direkt beim Fahrer noch etwas extra bezahlen.

An den Busbahnhöfen gibt es viele kleine Schalter, von denen jeder ein bis drei Ziele anbietet. So wird das Geschäft aufgeteilt. Jedes Ziel gibt es nur an einem Stand! Es lohnt sich also nicht, herumzulaufen und nach weiteren Angeboten zu suchen.

Die Einheimischen fahren viel per Anhalter, aber Ausländer werden nicht mitgenommen. Falls man es mal versuchen will: An den Straßenrand stellen, einen Arm ausstrecken mit der Handfläche zum Boden und dann mit der Hand auf und ab wedeln. Einen hochgehaltenen Daumen versteht hier keiner.

Preise für Dienstleistungen sollte man unbedingt vorher absprechen. Die Peruaner versuchen bei Touristen immer, im Nachhinein neu zu verhandeln und mehr Geld herauszuschlagen. Bezahlen tut man wenn es geht immer erst danach, um sicherzugehen, dass man wirklich erhält, was abgesprochen war. Trinkgeld ist hier unüblich.

Nein, niemand spricht Englisch, bis auf sehr sehr wenige Ausnahmen.

Aus Erfahrung können wir inzwischen sagen, dass man unbedingt seinen Impfpass mitnehmen sollte. Wenn man mal ein Krankenhaus aufsuchen muss, wird danach gefragt.

Informationen von Peruanern sind mit Vorsicht zu genießen. Wenn man z. B. fragt, wo es ein Restaurant gibt oder wie die Straßenverhältnisse sind, und sie es nicht wissen, erzählen sie einem einfach irgendwas. Daher fragt man am besten mindestens drei Personen unabhängig von einander. Der allgemeine Umgang ist rau und unhöflich. Fremde sind unerwünscht und gegen Europäer herrscht eine allgemeine Abneigung, die man zu spüren bekommt. Unser Geld wollen sie trotzdem nehmen.

Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft gibt es selten und wenn dann nur gegen Geld. Man kann in Peru eine Stunde blutend im Straßengraben liegen, ohne dass irgendjemand anhält und Hilfe anbietet.

Wir Europäer werden abfällig Gringos genannt. Uns wird für dieselbe Ware oder dieselbe Dienstleistung der doppelte bis achtfache Preis berechnet. Die Peruaner versuchen immer, so viel Geld wie möglich auszupressen und erfinden dubiose Gründe, warum man am Ende noch mehr zahlen soll als vereinbart.

In den großen Städten wird viel geklaut! Alle Taschen müssen immer beaufsichtigt und festgehalten werden. Bargeld sollte man auf mehrere Taschen verteilen.

Ein Müllentsorgungssystem gibt es nicht, nur in den Städten. Der Müll wird einfach auf die Straße geworfen und liegt überall herum.

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