Eine kurze Reise durch Argentinien

Eine kurze Reise durch Argentinien

„Und hier sind drei Schlafräume, das ist die Küche und dahinten sind die Duschen.“ Wir sind ziemlich erstaunt, als der argentinische Grenzbeamte uns in das Haus führt, dass wir ganz für uns alleine haben. Wir haben nach einem Platz zum Zelten gefragt und die gastfreundlichen Beamten überlassen uns nun eigene vier Wände. Sogar WLAN gibt es. Das nutzen wir auch den ganzen restlichen Tag, aktualisieren die Website, kochen Abendessen und liegen einfach nur rum. Draußen tobt der Wind, ein Wüstenfuchs schnüffelt vor dem Fenster nach Essen. Am nächsten Tag müssen wir das nächste Dorf erreichen, denn uns geht das Essen aus, also erwarten uns heute 60 km Sandweg. Ein paar Eidechse, Käfer und ein in die Gegenrichtung ruckelnder Lastwagen sind zunächst unsere einzigen Begegnungen. Die Aussicht darauf, den ganzen Tag durch die öde Wüstenlandschaft zu fahren und sich dabei über die Straßenverhältnisse aufzuregen, ist nicht besonders rosig. Nach 20 km stehen wir vor dem ersten Berg, der Sandweg führt steil nach oben. Bevor wir das anpacken, drücken wir uns noch ein wenig und machen Pause. Eine Staubwolke am Horizont verrät uns, dass wir bald Besuch bekommen.

Systemfehler

Der Lastwagen kommt zurück und der Fahrer bietet an, uns mitzunehmen, was wir natürlich dankbar annehmen. Die Ladefläche ist leer und wir hieven unsere Fahrräder mitsamt der Taschen darauf. Marius bleibt bei unseren Sachen und ich steige vorne ein. Die erste Frage lautet, was zur Hölle wir hier denn machen würden und ich erzähle zum 1000. Mal von unserer Reise. Damit stoße ich auf Unverständnis beim kolumbianischen Trucker, der mich anguckt, als käme ich von einem anderen Planeten. Er müsse nach Chile erklärt er, und ich frage mich, warum er die Grenze nicht am Paso de Sico überquert hat, denn am Morgen war er ja offensichtlich auf dem Weg dorthin und ist dann umgekehrt. Nach kurzer Zeit sehe ich Marius im Rückspiegel winken und bitte den Fahrer, anzuhalten. Auf der Ladefläche ist es zu laut und unbequem, also rücken wir im Führerhäusschen ein bisschen zusammen. Nach weiteren 10 km fangen gelbe und rote Lampen in der Armatur zu leuchten an, dann beginnt ein nervtötendes Piepen. Ich verstehe zwar nichts von LKWs, aber dass es ein Problem gibt, ist offensichtlich. Das sieht auch der Kolumbianer ein und drückt hektisch ein paar Knöpfe. Das Piepen hört auf, wir fahren weiter. Ein ungutes Gefühl macht sich in mir breit, das kurz darauf von erneuten Signaltönen verstärkt wird. Wieder halten wir an, Knöpfe werden gedrückt, Hände gerungen und verzweifelt der Kopf geschüttelt. Immer wieder blickt der Fahrer uns hilfesuchend an und fragt, ob wir Werkzeuge dabei hätten. Wir geben ihm, was wir haben, ein paar kleine Multitools und eine Spitzmaulzange. Nein nein, er brauche eine größere Zange, erklärt er und zeigt uns mit den Händen an, was er sich vorstellt: etwa eine Armlänge. Sowas haben wir natürlich nicht dabei, wozu auch? Zur Sicherheit fragt er uns noch einmal, aber wir haben halt nur Werkzeuge, die wir für die Fahrräder brauchen und keins davon überschreitet 15 cm Länge. Mit dem Verzweifelten haben wir Mitleid aber er wirkt so hilf- und ratlos, dass wir mittlerweile auch um unsere eigene Sicherheit besorgt sind. Es ist offensichtlich, dass das Knöpfedrücken nur eine kosmetische Maßnahme ohne Wirkung ist und er scheinbar von seinem Gefährt genauso wenig Ahnung hat wie wir. Ich überlege, ob Aussteigen hier mitten im Nirgendwo vielleicht die bessere Option ist. Die Intervalle, in denen wir fahren, werden immer kürzer, alle zwei Kilometer halten wir an und warten, bis das Piepen aufhört. Es hat wohl irgendetwas mit Druckluft in der Gangschaltung zu tun. Inzwischen sind Marius und ich auch voll eingespannt, Marius hält einen roten Knopf gedrückt und ich navigiere mit dem Handy. Meine Tätigkeit ist allerdings absolut überflüssig, da es sowieso nur eine Straße gibt und keine Abbiegungen. Also sage ich mechanisch die Distanz bis Olacapato Grande an, wo es hoffentlich einen Mechaniker gibt und wir uns aus der Situation verdrücken können. Selbst, als das Dorf schon sichtbar ist, fragt der Fahrer mich immer wieder, wie weit es noch sei. „Da vorne ist es doch“, sage ich und zeige auf die kleinen Häuser, er nickt und fragt mich einige Sekunden später, während derer wir uns nicht von der Stelle bewegt haben, erneut. Auf dem letzten beiden Kilometern müssen wir noch viermal anhalten. Im Dorf angekommen sammeln wir schnellstmöglich unsere Taschen zusammen und machen uns aus dem Staub. Entgegen seines Namens ist Olacapato Grande eher muy pequeño. Im einzigen Lokal bestellen wir ein Mittagessen. Wir bekommen ein paar Salatblätter und Spiegeleier und blicken neidisch auf die üppig gefüllten Platten der einheimischen Gäste. Am Ende will man uns dann auch noch den dreifachen Preis dafür berechnen, Marius platzt der Kragen. Während er die Diskussion führt, räume ich das Feld und suche einen Laden, in dem ich unsere Essensbestände auffüllen kann. Ich sehe nirgendwo ein Schild oder eine Beschriftung auf einer Tür, wie es sonst üblich ist, also frage ich mich durch. Als ich vor dem beschriebenen Haus mit grüner Tür stehe, klopfe ich an das mit Pappe verklebte Fenster, mehrmals. Nach einigen Minuten, ich will gerade wieder gehen, öffnet mir dann doch eine unfreundliche, gelangweilt dreinblickende Frau die Tür. Drinnen ist es dunkel, in dem verstaubten Regal liegen einzelne Packungen undefinierbaren Inhalts, die Auswahl dürftig zu nennen, wäre noch ein Kompliment. Immerhin gibt es Nudeln und Tomatensoße. Sogar ein Glas Orangenmarmelade entdecke ich. „Und ein Glas Orangenmarmelade bitte.“, bestelle ich. „Orange oder eine andere Geschmacksrichtung?“, fragt sie. Ich bin verdutzt. „Äh, welche anderen Geschmacksrichtungen gibt es denn?“. Sie überlegt kurz, schaut in das Regal, dann wieder auf mich. „Keine.“, sagt sie ausdruckslos. Im zweiten Laden bin ich etwas erfolgreicher. Als ich zurückkomme, diskutiert Marius noch immer, wir geben der Köchin einfach 300 statt 640 Pesos und gehen. Im Dorf treffen wir den LKW-Fahrer wieder, der uns überreden will, wieder einzusteigen und mit ihm zurück nach Chile zu fahren. Ich erkläre zum mittlerweile dritten Mal, dass wir nach Salta wollen, also in eine andere Richtung. Er schaut mich ganz erstaunt an, als würde er das zum ersten Mal hören. Da eine Verbesserung der Straßenverhältnisse nicht in Sicht ist, postieren wir uns an der Hauptstraße, oder besser dem Haupt-Sandweg und bemühen uns, möglichst nett und freundlich auszusehen, in der Hoffnung, dass uns jemand mitnimmt. Wieder hält der LKW neben uns an und wieder wird uns angeboten, doch zurück zur chilenischen Grenze zu fahren. „Nein nein, wir wollen lieber fahren.“, sagen wir, steigen auf die Räder und radeln davon.

Ein netter Fahrer und ein argentinisches Steak

Unseren günstigen Anhalter-Posten sind wir nun los. Aber ab jetzt halten wir jeden Pickup an, der vorbeikommt. Der erste ist voll beladen, der zweite rast einfach vorbei, im dritten sitzt ein Geschäftsmann, der sogar Englisch spricht und der gerade von einem Meeting mit seinen Minenarbeitern kommt. Julian, so heißt er, fährt tatsächlich nach Salta. Also setze ich ein besonders freundliches Lächeln auf und drücke auf die Tränendrüse. Es sei so weit nach Salta und die Straße so schlecht… Wahrscheinlich hätte ich mir das sogar sparen können, denn Julian ist überaus hilfsbereit und nimmt uns gerne mit. Im Verladen von Fahrrädern sind Marius und ich ein eingespieltes Team und da hier fast jeder einen Pickup fährt wissen wir auch, wie die Fahrräder gestellt werden müssen, um auf die Ladefläche zu passen. Im Inneren des Autos sind die Bodenwellen kaum zu spüren, es ist klimatisiert und riecht auch noch gut. Unsere Plauderei führen wir dann aber doch auf Spanisch, da unser Spanisch besser ist als Julians Englisch. Er erzählt von den vielen Minen im Umkreis, in denen Kupfer und Silizium gefördert werden. Die Solaranlagen, die ab und an in der Wüste stehen, gehören den Chinesen. Sie treiben auch den Rohstoffabbau in der Region an. Ab San Antonio de los Cobres ist die Straße sogar geteert. Wir hätten uns nie erträumt, heute noch so weit zu kommen. Es sind noch über zwei Stunden Fahrt bis nach Salta, 170 km liegen vor uns. Mit dem Fahrrad hätten wir alleine für diesen Streckenabschnitt mindestens zwei Tage gebraucht. Aber die Autofahrt ist wunderbar entspannend nicht nur für uns, sondern auch für unseren Zeitplan. Es war von Vornherein klar, dass uns für Argentinien nur wenig Zeit bleiben würde. Unterwegs halten wir noch einmal an, an einem Schild, das am Straßenrand steht. Gracias Pachamama lautet die Aufschrift und drum herum liegen Flaschen. Julian erklärt, dass die Fahrer hier anhalten und Pachamama eine Opfergabe bringen, um für eine sichere und unfallfreie Fahrt zu bitten. Da wir nichts Anderes dabei haben, legen wir Oreo-Kekse neben das Schild. Die meisten Opfergaben der Autofahrer sind allerdings Bierflaschen. Wer beim Fahren Bier trinkt, hat natürlich besonders viele Gründe, für eine unfallfreie Fahrt zu beten.

Salta taucht am Horizont auf, eine Stadt, deren Straßen von Bäumen gerahmt sind und in der auch am späten Abend noch richtig was los ist. Es gefällt mir auf Anhieb. Julian fährt uns bis zu dem Hostel, das wir uns ausgesucht haben, gibt Marius noch zwei Empfehlungen für Steakrestaurants auf den Weg und verabschiedet sich dann.

Im Hostel empfängt uns ein gut gelaunter Waliser, der mit einer 1L-Flasche Bier an einem Tisch im Hof sitzt. Bevor man ihn jetzt als Alkoholiker abstempelt sei zu seiner Verteidigung gesagt, dass es in Südamerika keine Bierflaschen von weniger als 0,6 L Volumen gibt und 1L hier eine Standardgröße ist. Die Einladung, den Humpen zu teilen, nimmt Marius sofort an. Später kommen noch drei deutsche Radfahrer hinzu, allesamt älter als wir und aus dem Süden Deutschlands. Obwohl alle wirklich nett sind, bemühe ich mich um einen Gesprächsausstieg, denn das Abendessen ist überfällig und ich wirklich hungrig. Leider ist Marius von der Empfehlung des Steakrestaurants nicht abzubringen. Also ergebe ich mich in mein Schicksal und bestelle Nudeln, weil es das einzig vegetarische auf der Karte ist, abgesehen von Salat. Marius schwebt beim Anblick seines in Bratensaft getränkten Fleischlappens im siebten Himmel. Das Stück ist so groß, dass es rechts und links über seinen Teller hängt. Beilagen gibt es nicht, das Fleisch ist die ganze Mahlzeit. So gut das Fleisch auch schmecken mag, von Nudeln haben sie keine Ahnung.

Wer hatte die schlimmste Busfahrt?

Am darauffolgenden Tag komme ich mit dem Waliser ins Gespräch, der die letzten Jahre in Australien gelebt hat und nun mit einem Motorrad Südamerika bereist. Unser Gespräch dreht sich um all die komischen Gewohn- und Gegebenheiten, über die wir hier schon ins Kopfschütteln geraten sind und unsere Erlebnisse. Gerade beschäftigen ihn die exorbitant hohen Gebühren an den Geldautomaten, die argentinische Banken erheben, allerdings nur für Ausländer. Gestern habe er 2000 argentinische Pesos abheben wollen und dafür wären 600 Pesos Gebühren fällig gewesen, erzählt er aufgebracht. Ich habe zum Glück vor unserer Einreise nach Argentinien von der Inflationsrate von über 50% erfahren und daher haben Marius und ich uns schon in Bolivien mit US-Dollar ausgestattet, die man hier problemlos eintauschen kann. Wegen des Wertverlusts der eigenen Währung akzeptieren viele Geschäfte auch Dollar. Irgendwann kommen wir auf Busfahrten zu sprechen und ich erzähle die Geschichte von unserer furchtbaren Fahrt von San Boja nach La Paz. Daraufhin kontert mein Gegenüber mit folgender Geschichte: Auf einer seiner Busfahrten sei auf voller Lautstärke ein US-amerikanischer Actionfilm gelaufen. Der Bus habe in jedem Kuhdorf angehalten und nach jedem Halt sei der Film von vorne gestartet. Außerdem war offensichtlich bei der Synchronisation ins Spanische gespart worden, denn es gab nur zwei Synchronsprecher, einer habe alle männlichen, die andere alle weiblichen Rollen gesprochen. So hatten alle weiblichen und alle männlichen Charaktere dieselbe Stimme. Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, sei die Temperaturregelung im Bus defekt gewesen, sodass die ganze Zeit die Heizung lief, bei 30 Grad Außentemperatur. „Ok“, gebe ich stockend zu, während ich das soeben Gehörte verdaue, „du hast gewonnen.“

Fahrrad im Bus? Gibt’s nicht.

Wie sich herausstellt, ist auch das Busfahren in Argentinien nicht komplikationsfrei. Als wir zum Busbahnhof fahren und versuchen, eine Fahrt nach Puerto Iguazu zu organisieren, stehe ich bald am Rande der Verzweiflung. Sowieso fährt keines der Unternehmen, zu deren Ständen wir gehen, nach Puerto Iguazu, obwohl es das Touristenziel schlechthin ist, sondern nur nach Posadas. Darüber hinaus ist die Mitnahme von Fahrrädern im Bus nicht möglich, wie uns gesagt wird, wir müssten die Fahrräder mit Cargo-Versand verschicken. Dazu müssen sie selbstverständlich vollständig demontiert und in Kartons verpackt werden.

Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Natürlich werden wir die Fahrräder auf keinen Fall auseinander bauen und einen Karton bekommen wir hier auch nicht organisiert. Der schlechte Witz an der Sache ist ja, dass die Pakete vom Cargo-Versand in den Laderäumen der Busse verstaut und so zum Zielort transportiert werden. Wenn ich mein Fahrrad im Bus als Gepäck mitnehmen möchte, geht das also nicht, aber wenn es als Cargo-Sendung verladen wird, dann schon? Diese Bürokratie kann sich ja schon mit Deutschland messen. Marius bleibt hartnäckig und fragt einen anderen Mitarbeiter desselben Unternehmens. Ja klar können wir die Fahrräder mitnehmen, wir müssten sie nur verpacken, lautet diesmal die Antwort. Also kaufen wir auf gut Glück, aber mit starken Zweifeln, zwei Tickets für 15:00 Uhr am nächsten Tag. Etwa 18 Stunden soll die Reise nach Posadas dauern, von dort gibt es dann einen Bus, der um 11:45 Uhr nach Puerto Iguazu weiterfährt. Ich weiß jetzt schon, dass es am Bus wieder heftige Diskussionen wegen der Fahrräder geben wird und mir graut schon davor. Die Aussagen der Mitarbeiter am Verkaufstresen decken sich meist zu etwa 0% mit denen der Busfahrer. Deshalb sind wir anderthalb Stunden vor Abfahrt vor Ort, am Busbahnhof herrscht viel Betrieb und aus Angst, wieder beklaut zu werden, schließen wir alle unsere Taschen mit einem Kofferschloss zusammen, das mein Vater mir mal geschenkt und ich mit auf diese Reise genommen habe. So kommt jedes Teil, das man mitschleppt, irgendwann zum Einsatz. Es dauert nur wenige Minuten, bis wir das erste Mal angesprochen werden. Es ist einer der Männer, die die Busse beladen. Sie scheinen dies freiberuflich zu tun und von Trinkgeldern zu leben. Wir werden sehr grob darauf hingewiesen, dass Fahrräder nicht mitgenommen werden dürfen. Inzwischen ist Hartnäckigkeit unsere erprobte Strategie. Das merkt auch der kleine Mann irgendwann und besorgt uns große, schwarze Müllsäcke, in die wir die Fahrräder einhüllen, nachdem Marius die Lenker quergestellt und die Pedalen abgebaut hat. Der Aufforderung, das Vorderrad auszubauen, kommen wir nicht nach. „Geht nicht.“, sagen wir schlicht und einfach. In solchen Situationen sind wir beide immer sehr gestresst, weil es so viel zu tun gibt und man dabei auch alle Gepäckstücke ununterbrochen beaufsichtigen muss. Dazu kommt noch die Gefahr, dass der Fahrer sich tatsächlich weigert, die Fahrräder mitzunehmen. Für die Plastiktüten will der Abzocker dann umgerechnet 5€ von uns haben, was uns reichlich überteuert erscheint. Aber wir bezahlen, um den Mann loszuwerden. Als der Bus dann kommt, spielt sich ab, was wir schon erwartet haben: Die Fahrräder dürfen nicht mit, wir bleiben hartnäckig und können sie dann am Ende doch einladen, nachdem wir 1000 Pesos Bestechung gezahlt haben. Als wir dann im Bus sitzen, läuft aber alles glatt. Es wird natürlich wieder ein Film gezeigt, den keiner schaut, aber wenigstens ist er stumm geschaltet. Am nächsten Morgen erreichen wir Posadas. Natürlich fährt die Busgesellschaft, die uns in Salta genannt wurde, nicht nach Puerto Iguazu, aber ich finde zwei andere Optionen, die sogar früher abfahren. Als unsere Fahrräder, zum Glück noch immer verpackt, im Bauch des zweiten Buses verschwinden, bekommen wir zu unserer völligen Überraschungen kein „Geht nicht, gibt’s nicht“ zu hören und müssen auch nur 200 Pesos extra bezahlen. In Peru beispielsweise war es immer so einfach. Die Fahrräder kamen in den Laderaum oder aufs Dach, je nachdem, wo Platz war und man musste etwas extra bezahlen, dafür gab es aber keine nervenaufreibende Diskussion und keine Ich-bin-hier-der-Boss-Machtspielchen. In Peru transportieren die Busse auch Traktorreifen, Flachbildfernseher und Ziegen auf dem Dach.

Am Nachmittag erreichen wir Puerto Iguazu und stürmen erstmal völlig ausgehungert in einen Fast-Food-Laden. Die Suche nach einem Hostel gestaltet sich etwas schwierig, da die Preise sehr überhöht sind und es viele der eingezeichneten Betriebe gar nicht gibt. Schließlich haben wir Glück und finden ein etwas außerhalb gelegenes Hotel mit Pool, wo wir die nächsten zwei Nächte bleiben werden, um die Iguazu-Wasserfälle zu besuchen.

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