Trainieren für die Anden

Trainieren für die Anden


Die geliebte deutsche Bürokratie

Bald ist es soweit! In 8 Wochen starten wir in unser großes Abenteuer und fliegen nach Südamerika. Die letzten Wochen waren wir fleißig dabei, die letzten Teile unserer Ausrüstung zusammenzutragen, die erste Unterkunft zu buchen und unsere Angelegenheiten zu regeln. Man unterschätzt doch, wie schwer die deutsche Bürokratie es einem macht, für ein paar Monate außer Landes zu gehen. Krankenversicherungen müssen pausiert, der Rundfunkbeitrag abgemeldet und die Wohnung zwischenvermietet werden. Auf all den Formularen wünsche ich mir unter den Pflichtangaben einfach ein Kästchen, dass ich ankreuzen kann: Ich bin weg und auch nicht zu erreichen! Keine Nachsendeadresse!

Aber all das ist nun erledigt und so können wir uns aufs Einkaufen konzentrieren! Wer selbst mal mit dem Fahrrad unterwegs war, weiß, wie viel Ausrüstung man benötigt. Uns fehlen inzwischen nur noch Kleinigkeiten und wir haben einen Haufen neuen Equipments, das aus Verpackungen befreit und getestet werden will. Aus diesem Grund brechen wir nächste Woche zu einer Probetour in den Harz auf (außerdem müssen wir dringend trainieren, denn die Anden werden unseren Körpern alles abverlangen).


Keine Berge im Norden

Für unsere Trainingstour war uns vor allem eins wichtig: Berge! Als gebürtige Nordlichter sind wir im Hamburger Umland mit dieser Priorität natürlich schlecht angesiedelt. In der Größenordnung der Anden sucht man in ganz Deutschland vergebens. Aber da man bekanntlich nehmen muss, was man kriegen kann, entschieden wir uns zunächst für Süddeutschland und säßen wohl am Donnerstag in einem Zug Richtung Alpen, wenn uns die Deutsche Bahn nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. Fahrradstellplätze? In der Bahn? Fehlanzeige. Die muss man sechs Monate im Voraus buchen, wie wir erfuhren, als wir uns im Februar erkundigten. Man sollte meinen, drei Monate Vorlauf würden reichen, um eine Bahnfahrt zu buchen, aber weit gefehlt. Wer ein Fahrrad hat, das er im Fernzug mitnehmen will, sollte sich lieber drauf schwingen und die Strecke radeln, statt sich im DB-Center anzustellen. Ein Gutes hat unser Scheitern aber doch: Wir sparen uns die 8 Stunden Fahrzeit.

Mit der Bummelbahn in den Harz

Um die Regionalzüge ist es zum Glück besser bestellt, also führt unser Weg uns nun nur bis in den Harz, wo wir die Hügel auf und ab fahren werden, eine Woche im Zelt im neuen Schlafsack mit dem frisch eingetroffenen Campingkocher Spaghetti zuzubereiten (für kreative Campingrezepte sind wir sehr dankbar!). Ab Donnerstag geht´s los und wir halten euch hier auf dem Laufenden.

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