Endlich wieder auf dem Rad

Endlich wieder auf dem Rad

geschrieben von Hannah


Über Verzögerungen und Planänderungen

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt… aus dem geplanten Start am Donnerstag wurde nichts, da zuhause noch Einiges zu erledigen war und bestellte Ausrüstung natürlich genau am Morgen unserer geplanten Abreise im Geschäft eintraf. Lang erwartet und heiß ersehnt juckte es uns zu sehr in den Fingern, als dass wir mit der Abholung bis nach der Reise hätten warten können. Also brechen wir nun einen Tag später, dafür aber mit neuer Ausrüstung, auf. Und das ist auch gut so, denn in Goslar erwartet uns Regen, Regen und Regen.


Radeln im Regen

Die wasserfesten Schuhüberzieher machen sich also gleich am ersten Tag bezahlt und zu beobachten, wie die Regentropfen sich auf der Oberfläche sammeln und in kleinen Rinnsalen seitlich hinablaufen statt meine Socken zu durchnässen, ist eine Genugtuung. Der Niederschlag perlt an meiner Kleidung ebenso ab wie an meiner Motivation. Der kann mir gar nichts mehr! Es ist erstaunlich, aber über gute oder schlechte Laune entscheidet manchmal nur die richtige Ausrüstung.

So immun ich in meiner Stimmung gegen das “Schietwedder” auch bin, die Feldwege, über die wir radeln, sind es nicht. Ständig bleiben wir im Matsch stecken und müssen zeitweise die Räder schieben. Ich kann beobachten, wie mein Reifen den Schlamm umpflügen, kleine Spritzer es bis zu meiner Jacke hinauf schaffen und dem Weg die Struktur des Reifens aufgedrückt wird. Ein Hase beobachtet vom benachbarten Feld unser langsames Fortkommen, bis wir auf seiner Höhe ankommen und er sich hastig, im wahrsten Sinne des Wortes, vom Acker macht.

Auf einem Campingplatz mitten zwischen Wald und Wiesen werden wir am Abend freundlich begrüßt. Und was wünscht man sich nach dem Radeln im Regen? Ein heißes Essen und eine heiße Dusche. Der Platzwart hat ein wahres Herz für Radfahrer und stellt uns einen überdachten Essplatz zur Verfügung. Normalerweise essen wir neben dem Zelt, doch vermutlich haben wir zwei durchnässte Gestalten einen jämmerlichen, mitleiderregenden Eindruck gemacht. Den Unterstand nutzen wir auch gleich, um die nassen Sachen zum Trocknen auszubreiten. Es war ein nasser, aber kein schlechter erster Tag.

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