Die kleineren Herausforderungen

Die kleineren Herausforderungen

Der Harz macht Stimmung

Nach der Bezwingung des Brockens widmen wir uns den kleineren Herausforderungen, die der Harz bietet. Diese „kleineren Herausforderungen“ umfassen teilweise ebenfalls einige hundert Höhenmeter, die Straßen führen hinauf auf Hügel und Berge, deren Namen ich nicht kenne und durch ausgestorbene Dörfer. Uns begegnen nur Senioren, junge Leute sehen wir nicht, dafür an jedem zweiten Haus ein Schild „Zu vermieten“ oder „Zu verkaufen“. Die Gebäude stehen offensichtlich schon lange leer, auch wenn die zurückgelassenen, vergilbten Spitzenvorhänge vor den Fenstern noch vorzumachen versuchen, hier würde jemand wohnen. Und den Geschäften geht es nicht besser; wir kommen an Schaufenstern vorbei, die den Blick freigeben auf Bauschutt und zertrümmerte Stühle, das Schild über der Tür ist kaum noch leserlich, aber an der großen Brezel erkennt man, dass es eine Bäckerei gewesen sein muss. Passend zu dem „Elend“ von Sonntag passieren wir auch das Dorf „Sorge“. Der Harz macht echt Stimmung!

Ältere Herren und moderne Technik

Am Dienstag kommen wir dann nach Werningerode, gemessen an den Maßstäben der letzten Tage mal wieder eine echte Stadt. Auch dort erregen wir wieder viel Aufmerksamkeit mit unseren bepackten Rädern. Marius nutzt das gleich aus und kommt mit den Einheimischen ins Gespräch, verteilt Visitenkarten und der ältere Herr holt zu unserer Überraschung sein Tablet aus der Tasche, scannt den QR-Code auf der Visitenkarte und landet so direkt auf unserer Website.

Am Mittwoch fahren wir nach Blankenburg, wo es eine Burgruine gibt, die natürlich, wie könnte es anders sein, auch wieder auf einem Berg liegt. Klickpedale erweisen sich hierbei als echter Mehrwert. Man spart Kraft, indem man die Pedale von unten nach oben zieht. Allerdings führt unser Weg uns auch wieder durch Wald und Wiesen, wo die Wege uneben und voller Steine sind. Da zeigt sich der Nachteil der Klickpedale: Wenn man wegen eines größeren Steins oder einer Baumwurzel wegrutscht, muss man sich sofort ausklicken, um nicht umzukippen. Da fehlen mir noch Übung und Routine, Marius meistert das schon wie ein Profi. In der Ruine spukt außer uns noch eine Schulklasse umher und wir nutzen die Aussicht, um zu schauen, wo wir weiter lang fahren möchten.

Inoffizielle Radfahrer-Konferenz

Am Mittwochabend sitzen wir dann im Zug nach Hause, die Regionalzüge haben einen Waggon extra für Fahrräder, was dazu führt, das man auf der Heimreise zwangsläufig mit Gleichgesinnten zusammenkommt. Diese geben uns Tipps für zukünftige mögliche Touren, wir sprechen über Bauteile und Ausrüstung. Erst nachts kommen nach Hause und beim Auspacken fällt mir noch einmal auf, wie wenig Kleidung ich dieses Mal mitgenommen habe. Aber es hat gereicht!

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